Traditionsrennbahn Bad Doberan - Heiligendamm

Doberaner Renntage mit Vollblutpferden auf Deutschlands ältester Galoppennbahn

Auf dem Weg von Kühlungsborn nach Bad Doberan, kurz hinter Heiligendamm, liegt älteste Galopprennbahn Deutschlands.

Zu Ehren der Erbgroßherzogin Alexandrine fand im August 1822 das erste Galopprennen auf freiem Feld bei Heiligendamm statt. Noch im gleichen Jahr gründete sich der Doberaner Rennverein, der in seinem Vereinswappen den englischen Hengst „Highflyer“ trägt. Eine Pferderennbahn wird errichtet und ab 1823 alljährlich die unterschiedlichsten Pferderennen, wie das Rennen um die „Goldene Peitsche“ und die beliebten Bauernrennen, an den Doberaner Renntagen ausgerichtet. Eine Zuschauertribüne wird 1828 errichtet, die 1854 durch eine größere, 400 Zuschauern fassende und im Stile der Bäderarchitektur gebaute Tribüne ersetz wird.

1886 wird die » Schmalspurbahn Molli von Bad Doberan nach Heiligendamm gebaut und die Rennbahn erhält einen eigenen Haltepunkt. So wird nicht nur der Transport der Rennpferde erleichtert sondern auch die Anreise der Zuschauer, die immer zahlreicher diesem Ereignis beiwohnen.

Die Rennen finden bis in die 1930er Jahre statt. Ab Kriegsbeginn das Areal als Behelfsflugplatz genutzt. Nach einem ersten Galopprennen 1945, finden die sog. Bauernrenntage von 1956 bis 1962 statt. Anschließend fällt das Rennvergnügen der neuen Staatsraison zum Opfer. Die Rennbahn wird umgepflügt, als landwirtschaftliche Nutzfläche und Bauschuttdeponie genutzt.

Anlässlich der 200-Jahrfeier Heiligendamms wurde 1993 die neue Rennbahn auf dem ursprünglichen Gelände eingeweiht und ein Galopprennen mit Vollblutpferden ausgerichtet. Seitdem sind die Galopprennen des Ostsee-Meetings in Bad Doberan wieder fester Bestandteil des deutschen Turfs und der Höhepunkt der Saison. Aber auch weitere Veranstaltungen wie das Musikfestival „Zappanale“ oder das Oldtimertreffen „Schwanen-Rallye“ finden heute auf dem Gelände der Doberaner Rennbahn statt.